BERICHT ÜBER DEN 9. KONGRESS KONFLIKTMANAGEMENT

9. Kongress „Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft“ am 29. März 2019

Zum zweiten Mal haben der MKBauImm und die DGA-Bau in Berlin ihren Kongress zusammen gestaltet, und wie im Vorjahr hat das gemeinsame Anliegen der Förderung und Ausweitung außergerichtlicher Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft reges Interesse geweckt. Ausgesuchte Referenten haben interessante Vorträge gehalten:

Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, hielt einen komplexen und äußerst eloquenten Vortrag über „Konfliktbearbeitung in der parlamentarischen Demokratie“, in dem sie zeigte, wie die politische Landschaft in der BRD sich in den letzten Jahren verändert hat und die Frage aufwarf, inwieweit auch Mediation im Rahmen politischer Entscheidungsprozesse eingesetzt werden kann. 

Markus Lentzler, Mitglied der Geschäftsführung de ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG in Hamburg, berichtete über die innovative „Integrierte Projektabwicklung mit Mehrparteienvereinbarung zur Wertschöpfung und Konfliktprävention“ am Beispiel eines Kongress Hotels in der Hafen City in Hamburg, in welchem auch die Verwendung von BIM die Transparenz und Zusammenarbeit fordert und fördert und ein mediatives Streitlösungsmodell von vornherein vorgesehen ist.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Matthias Sundermeier, FG Bauwirtschaft und Baubetrieb, TU Berlin, sprach über „Effizienzvorteile von ADR-Verfahren in Bau- und in Immobilienkonflikten in Hinblick auf Verfahrensdauer und Verfahrenskosten“, wobei er insbesondere hinsichtlich der Einbeziehung von Transaktions- und Opportunitätskosten erstaunliche Ergebnisse vorlegte – etwa, dass sich selbst bei einem Streitwert von 50T€ ein Bauprozess eher nicht lohnt.

Dipl.-Ing. Michael Peine machte pragmatische Lösungsvorschläge in seinem Vortrag zu „ADR-Verfahren in Bau- und Immobilienkonflikten bei geringem Streitwert“ – Nischen, über die sonst keiner redet.

Martina Lauenroth und Andrea Jost trugen gelungene Darstellungen von eigenen Mediations-Fallbeispielen vor – eine bunte Geschichte über ein Gesellschaftshaus mit Gastronomie in einem Zoo, in der das Liebesleben der Siebenschläfer berücksichtigt werden musste, und einen Fall, der sich aus einer Telefonmediation für eine Versicherung zu einer Mehrparteien-Präsenzmediation entwickelte.

Dr.-Ing. Frank Ziegler berichtete von seinen langjährigen, spannenden Erfahrungen aus Vergleichsverhandlungen im internationalen Anlagenbau, und RA Thomas Lapp sprach über „Agile Vertragsgestaltungen im IT-Bereich als Schatzkammer als Schatzkammer für die Bau- und Immobilienwirtschaft“ – hier ließen sich erstaunliche Parallelen zu den flexibleren Modellen bei Partnering-Verträgen in der Bauwirtschaft erkennen.

Das Programm hatte viele Facetten und nach der ersten Auswertung des Feedbacks konnten alle Teilnehmer etwas mitnehmen.

Die Preisträger unseres MKBauImm Förderpreises 2019 waren „Strunk Stadtplanung und Kommunikation“ und „Hofheimer Wohnungsbau GmbH“ mit einem „Gelungenen Einsatz von Öffentlichkeitsbeteiligung zur Vermeidung von Konflikten bei der Abwicklung eines kommunalen Bauvorhabens – Neue Stadtbücherei in Hofheim am Taunus -“.  Die Präsentation stellen wir Ihnen hier gerne zur Verfügung. Das Projekt wurde auf unserer letzten Jahrestagung bereits vorgestellt.

Dr. Sabine Renken, M.A.

Unseren 10. Kongress „Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilien-wirtschaft“ werden wir am 20.03.2020 wieder in Berlin im Steigenberger Hotel Am Kanzleramt zusammen mit der DGA-Bau veranstalten.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Der Tagungsband vom 9. Kongress Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft am 29.03.2019, 154 Seiten, Paperback-Einband, mehrfarbig, Format A 4, ISBN 978-3-9817834-5-2, ist über die Geschäftsstelle des MKBauImm (geschaeftsstelle@mkbauimm.de) erhältlich. Verkaufspreis: 50,00 € zzgl. 3,50 € Verpackung und Versand.

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FORTBILDUNG MEDIATOREN 2019

Unsere Mitglieder haben sich immer wieder eine fundierte und fachspezifische Mediationsfortbildung gewünscht. Diesem Wunsch sind wir mit der modularen Fort- und Weiterbildung in Zusammenarbeit mit unserem Mitglied Christoph Bubert nachgekommen. Die bisherigen Veranstaltungen hatten viel positiven Zuspruch.

Den Erfolg solcher Veranstaltungen können wir allerdings nur durch die Teilnahme von Mitgliedern des Vereins – oder Interessierten – erreichen!

Wir freuen uns, Ihnen in Zusammenarbeit mit Christoph Bubert drei Aufbau- und Fortbildungsblöcke, die auch getrennt gebucht werden können, von insgesamt 56 Präsenzstunden, zusätzlichen 14 Stunden für Script- und Literaturstudium sowie 10 Stunden Peergroup-Arbeit (Intervision), insgesamt 80 Stunden – an jeweils zwei bzw. drei Tagen im März, im Mai und im Juni im Haus der Technik in Essen anbieten zu können.

So haben Sie die Möglichkeit, Ihren bisherigen Ausbildungsumfang einzelfallbezogen zu erhöhen. Hiervon können auch all diejenigen profitieren, welche die nach der ZMediatAusbV geforderten Stunden derzeit nicht nachweisen können. Selbstverständlich stehen die genannten Aus- und Fortbildungsblöcke auch den MediatorInnen offen, die sich ohne das Ziel der Zertifizierung fortbilden möchten.

Die Inhalte der geplanten Fortbildung und Einzelheiten zum Ablauf, Kosten etc. finden Sie hier.

Die Fortbildung ist auf 12-15 MediatorInnen begrenzt; kann aber auch nur bei einer entsprechenden Mindestteilnehmerzahl stattfinden – wir haben uns sehr bemüht, die Kosten so gering wie möglich zu halten!

Wir weisen auf Folgendes hin:
Nach der Rechtsverordnung zum Mediationsgesetz sind für zertifizierte Mediatoren 40 Fortbildungsstunden innerhalb von jeweils vier Jahren erforderlich. Die Fortbildungsstunden unserer Verbandsausbildung können Sie auch auf die Fortbildungsanforderungen des gesetzlich zertifizierten Mediators anrechnen lassen.
Gleiches gilt für die notwendige Einzelsupervision (§ 2 und §7 ZMediatAusbZ) einer durchgeführten Mediation, die sowohl für die gesetzliche Zertifizierung als auch für die Verbandszertifizierung notwendig ist und ebenfalls von Herrn Bubert angeboten wird.

Die Termine für 2019 lauten:

Modul 1:       Freitag, 29. und Samstag, 30. März 2019
Modul 2:       Donnerstag, 23. – Samstag, 25. Mai 2019 sowie
Modul 3:       Freitag, 21. und Samstag, 22. Juni 2019

Es sind noch Plätze frei!

Die Module können getrennt gebucht werden, auch die jeweiligen Tage. Sie können sich also anmelden, auch wenn Sie tatsächlich nur an einem der angebotenen Tage des Moduls Zeit oder schon genug Stunden zur Anrechnung haben.

Bitte beachten Sie, dass die Anmeldefrist jeweils einen Monat vor Beginn endet!

Wenn sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht eine ausreichende Anzahl von Teilnehmern angemeldet hat, kann  die fundierte und fachspezifische Mediationsausbildung leider nicht stattfinden.

Das Anmeldeformular finden Sie hier.

Möchten Sie uns weiterempfehlen finden Sie hier den Flyer dieser Aufbau- und Fortbildung: Flyer Aufbau- und Fortbildungskurse 2019

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Martina Lauenroth (info@lauenroth-germund.de; Tel. 0211 / 542 08 188) oder Christoph Bubert (info@mediation-bubert.de; Tel. 02203 / 35 71 69).

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9. KONGRESS – KONFLIKTMANAGEMENT IN DER BAU- UND IMMOBILIENWIRTSCHAFT

Der 9. Kongress
Konfliktmanagement in der Bau-und Immobilienwirtschaft

findet

am 29. März 2019

in Berlin

im Steigenberger Hotel am Kanzleramt
statt.

 

Es wird der zweite gemeinsame Kongress der beiden Verbände MKBauImm und DGA-Bau sein, die sich intensiv und vorrangig für die Förderung und Ausweitung der außergerichtlichen Streitbeilegung in der Bau-und Immobilienwirtschaft einsetzen.

Bei Anmeldung bis zum 15.01.2019 können Sie den Frühbucherpreis in Anspruch nehmen.

Seien Sie gespannt auf Beiträge:

  • zur Konfliktbearbeitung in der parlamentarischen Demokratie,
  • zur integrierten Projektabwicklung mit Mehrparteienvereinbarung zur Wertschöpfung und Konfliktprävention – Motivation und erste Erfahrungen in Deutschland,
  • zu den Effizienzvorteilen von ADR-Verfahren in Bau- und Immobilienkonflikten im Hinblick auf Verfahrensdauer und Verfahrenskosten,
  • zu ADR-Verfahren in Bau- und Immobilienkonflikten bei geringen Streitwerten,
  • zu einem erfolgreichen Konfliktmanagement mit mediativen Elementen – Praktische Erfahrungen,
  • zu persönlichen langjährige Erfahrungen aus Vergleichsverhandlungen im internationalen Anlagenbau,
  • Agile Vertragsgestaltung im IT- Bereich als Schatzkammer für die Bau- und Immobilienwirtschaft

und auf die 

  • Verleihung der Förderpreise 2019 und
  • die Diskussionen mit den Referenten.

Näheres können Sie den anliegenden Flyern zum Kongress und zum Förderpreis entnehmen.

Die Anmeldung kann unter www.konfliktmanagement.online direkt vorgenommen werden. Alternativ kann das Anmeldeformular im Kongressflyer verwendet werden. 

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PREISAUSLOBUNG „PRAXISFALL GUTER KOOPERATION“

Preisauslobung
für den besten Praxisfall von Konfliktprävention und Konfliktmanagement
in der Bau- und Immobilienwirtschaft

Wie preiswürdig ist Ihr Konfliktmanagement?

Mediation und alle weiteren außergerichtlichen Formen der Konfliktprävention und des Konfliktmanagement gewinnen für die Bau- und Immobilienwirtschaft immer weiter an Bedeutung.

Deswegen haben sich der MK BauImm und die DGA-Bau entschieden, einen Preis für den besten Praxisfall auszuloben, der für besonders gelungene und wertschöpfende Fälle der Konfliktprävention und des Konfliktmanagements in der Bau- und Immobilienwirtschaft verliehen wird. Die Details enthält der Flyer zum Förderpreis.

Bewerbungen sind möglich bis 18.01.2019.

Wir wünschen allen Beteiligten, dass der Preis dazu beiträgt, die Idee von zukunftsorientierter Konfliktprävention und –behandlung für die Bau – und Immobilien Wirtschaft weiter voranzutreiben.

Prof. Dr. Martin Jung
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Wirtschaftsmediator, Honorarprofessor an der TU Berlin

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STUDIE DES KIT ZEIGT URSACHEN FÜR ZURÜCKHALTENDE ANWENDUNG VON ADR-VERFAHREN IM BAUWESEN AUF UND GIBT HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft e.V. (DGA-Bau) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine Studie mit dem Titel

Ursachen der Bevorzugung von Gerichtsverfahren gegenüber der außergerichtlichen Streitbeilegung durch Streitparteien im Bauwesen

durchgeführt, deren Ergebnisse nun im Rahmen eines Forschungsberichts veröffentlicht wurden.

Gerichtsverfahren sind im Bauwesen noch immer das am häufigsten zur Anwendung kommende Mittel der Streitbeilegung, wenn die Konfliktparteien ihren Konflikt nicht aus eigener Kraft im Zuge von Verhandlungen lösen können. Gleichzeitig werden von den Anwendern immer wieder die damit einhergehenden hohen Kosten und langen Verfahrensdauern bemängelt. Daher verwundert es, dass die vielfältigen Möglichkeiten der außergerichtlichen Streitbeilegung vergleichsweise selten zur Anwendung kommen.

Mit der vorliegenden Studie werden erstmals in systematischer Form die Ursachen für die zurückhaltende Anwendung von außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren im Bauwesen analysiert“, erläutert Professor Shervin Haghsheno, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Technologie und Management im Baubetrieb am KIT, der die wissenschaftliche Leitung des Forschungsvorhabens innehatte. „Wir konnten feststellen, dass es nicht ein oder zwei zentrale Gründe für den zurückhaltenden Einsatz der außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren gibt, sondern ein ganzes Bündel an Ursachen, die sich in der Praxis oft überlagern und damit enorme Widerstandskräfte gegen deren Anwendung auslösen“, erklärt Haghsheno weiter.

Auf Basis der Ursachenanalyse werden im Forschungsbericht Handlungsempfehlungen an die Stakeholder im Bauwesen ausgesprochen. Diese richten sich u.a. an den Gesetzgeber, an Fach- und Berufsvereinigungen sowie an die potenziellen Anwender von außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren in der Praxis.

Der Forschungsbericht steht auf den Seiten des KIT hier zum Download zur Verfügung.

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KONFLIKTLÖSUNG IN DER BAU- UND IMMOBILIENWIRTSCHAFT – IM FOKUS DER HERBSTTAGUNG DES MKBAUIMM 2018

Der Verein »Mediation und Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft e.V«(MKBauImm) hat am 19. und 20. Oktober 2018 seine Herbsttagung im Kloster Seeon in Bayern abgehalten. Diese jährliche Veranstaltung dient den Mitgliedern des Vereins sowie interessierten Freunden der alternativen Konfliktlösung zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch.

Schwerpunkt des Treffens waren in diesem Jahr die Beiträge von Adrian Schweizer, der seit über 30 Jahren als Coach, Trainer und Konfliktlösungsberater und Mediator in der Schweiz, Europa und den USA arbeitet, an Ausbildungen mitwirkt und als Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen tätig ist. »Nur Gefühle ändern Gefühle, oder: warum Vernunft nichts bringt« lautete der Titel seines Vortrages, in dem er auch anhand praktischer Beispiele sehr anschaulich erläutern konnte, wie man vom Fühlen ins Denken kommt und wieder zurückgelangt. Diese Techniken, die sich insbesondere für Mediationssitzungen mit nur einer der Parteien eignen, gründen sich unter anderem auf neurobiologischen Erkenntnissen über die Verortung von Konfliktbewältigungsmöglichkeiten im menschlichen Gehirn und helfen den Konfliktparteien, sich in die Situation des Gegenübers zu versetzen – eine notwendige Voraussetzung für das bessere Verstehen im Konflikt.

Der Stadtplaner, Moderator und Mediator Roland Strunk referierte über die Öffentlichkeitsbeteiligung bei kommunalen Bauvorhaben  – ein Thema, das zunehmend relevanter wird und gerade auch für Mediatoren interessant ist. Strunk konzipiert Beteiligungsprozesse, bereitet Entscheidungs- und Planungsprozesse vor und begleitet diese. Dabei unterstützt er die Öffentlichkeits- und Pressearbeit und liefert Fachinformationen. Anhand konkreter Fallbeispiele zeigte er den Teilnehmern der Tagung die Architektur solcher Prozesse auf mit allen dazu gehörenden Herausforderungen.

Schließlich stellten in diesem Jahr Teilnehmer spannende Fallbeispiele aus ihrer eigenen Praxis vor, darunter auch Konfliktlösungen durch am Streit Beteiligte, die mit mediativer Kompetenz typische, durchaus brisante Baustreitigkeiten nachhaltig und schnell lösen konnten. Die lebhaften Diskussionen dazu und der Erfahrungsaustausch der Beteiligten bestätigte die steigende Akzeptanz dieser Modelle eindrucksvoll.

Dr. Sabine Renken, M.A.
Presse / Public Relations

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BERICHT ÜBER DEN 8. KONGRESS KONFLIKTMANAGEMENT

Der 8. Kongress „Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft“ am 16. März 2018 in Berlin  – ein voller Erfolg!

Die Zusammenarbeit mit der DGA Bau war sowohl in der Organisation als auch thematisch erfreulich: Über 150 Teilnehmer, deutlich mehr als in den Vorjahren,  interessierten sich für unsere gemeinsames Anliegen der Förderung und Ausweitung außergerichtlicher Streitbeilegung in der Bau-und Immobilienwirtschaft.

Wissenschaftliche Vorträge wie z.B. der unseres Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Shervin Haghsheno vom KIT Karlsruher Institut für Technologie über „Motive der Streitparteien in Bausachen zur Bevorzugung von Gerichtsverfahren gegenüber der außergerichtlichen Streitbeilegung“ wechselten sich ab mit der Darstellung praktischer Fallbeispiele außergerichtlicher Streitbeilegung im Bauwesen.

Insgesamt bot das Programm eine ausgewogene Mischung theoretischer und praktischer Aspekte zu ADR in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Die Resonanz der Teilnehmer war nach der ersten Auswertung des feed-backs durchweg positiv, und wir werden die Anregungen und learnings aus diesem Jahr mit in den nächsten Kongress nehmen.

Besonders gefreut haben wir uns über unsere Preisträgerin des Förderpreises 2018, Andrea Köhn, deren Präsentation (Förderpreis 2018_Praxisfall) wir Ihnen hier gerne zur Verfügung stellen wollen, denn wir finden ihre Arbeit ganz hervorragend – ein zu Recht ausgezeichnetes Beispiel für eine vorbildliche Umstrukturierung eines Unternehmens  der Immobilienwirtschaft im Sinne einer guten Konfliktlösungskultur!

Dr. Sabine Renken, M.A.

Unseren 9. Kongress „Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft“  werden wir am 29.03.2019 wieder in Berlin im Steigenberger Hotel Am Kanzleramt zusammen mit der DGA-Bau veranstalten.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Der Tagungsband vom 8. Kongress Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft am 16.03.2018, 176 Seiten, Paperback-Einband, mehrfarbig, Format A 4, ISBN 978-3-9817834-3-8, ist über die Geschäftsstelle des VdBauImm (geschaeftsstelle@mkbauimm.de) erhältlich. Verkaufspreis: 50,00 € zzgl. 3,50 € Verpackung und Versand.

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„MEDIATION UND BÜRGERBETEILIGUNG IN DER ÖFFENTLICHEN PLANUNG – EIN DILEMMA?“

„Mediation und Bürgerbeteiligung in der öffentlichen Planung – ein Dilemma?“

Der VEREIN ZUR FÖRDERUNG VON WISSENSCHAFT  UND PRAXIS DER MEDIATION E.V. veranstaltete am 20. Februar 2018 ein interessantes und hochkarätig besetztes Podiumsgespräch in der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin zu verschiedenen Aspekten und Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und Mediation in der öffentlichen Planung.

Kann eine Behörde ergebnisoffen diskutieren? Will der Vorhabenträger sich mit den Interessen der Bürger wirklich auseinandersetzen? Und wenn, ist das nicht eher eine Beschwichtigung ohne wirkliche Rechte für die Bürger? Wer sind die sogenannten „Wutbürger“ bzw. repräsentieren diese wirklich die Mehrheit der Bevölkerung? Über diese und andere Fragen wurde debattiert, das Gespräch moderierte Rechtsanwalt und Mediator Dr. Alexander v. Aretin, M.A..

Alle Beteiligten waren sich einig darüber, dass die Mitsprache der Bürger auf diesem Gebiet, ob als Mediation oder in anderen  Formen der Beteiligung nur wirklich dann nachhaltig Sinn macht, wenn in einem möglichst frühen Stadium der Planung  damit begonnen wird. Am meisten Erfolg haben solche Formate,  in denen die Beteiligten schon vor dem Raumordnungsverfahren zusammenkommen, um Vorzugsvarianten zu erarbeiten.

Dabei muss man sich darüber klar sein, dass in aller Regel über das „ob“ öffentlicher Planung nicht mitentschieden wird, sondern nur über das „wie“. Dr. h.c. Eckart Hien, ehemaliger Präsident des BVerwG, betonte, dass die Behörde nicht unbesehen das Ergebnis einer Mediation übernehmen könne –  sondern solche Entscheidungen dürften und müssten allein von demokratisch legitimierten Gremien getroffen werden. Eine Planung müsse nicht immer akzeptiert, aber respektiert werden, und das könnte die Bürgerbeteiligung leisten.

„Bürgerbeteiligung ist wichtig damit die Verwaltung kluge Entscheidungen treffen kann, Mediation, um Frieden mit den Beteiligten zu schließen“, sagte Dr. Frank Nägele, bis 2017 Staatssekretär im Verkehrsministerium des Landes Schleswig-Holstein: „Die Planfeststellungsbehörde ist unabhängig und entscheidungsbefugt. Unser Verfahrensrecht ist für eine demokratische Beteiligung nicht geöffnet – also müssen wir neue Wege der Legitimation finden“.  Rechtsstaatliche Verfahrensgrundsätze müssten dabei allerdings gewahrt werden, dies sei  eine Frage der Planungskultur.

Auch Dr. Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V./ Friends of the Earth Germanysprach sich für „kluge, neue Verfahren“ aus: eine Beteiligung der Bürger und Träger öffentlicher Belange, die erst 10-15 Jahren nach Beginn der Planung einsetze, komme zu spät. In freiwilligen Dialogverfahren könne man aber ohne weiteres Aspekte des Gemeinwohls einbringen.

Von steilen Lernkurven sprach in diesem Zusammenhang Eleonore Lohrum, Leiterin der Rechtsabteilung Infrastrukturrecht der Deutschen Bahn AG, deren Organisation die Bürgerbeteiligung in als Managementprojekt integriert hat und sich mit „stakeholder management“ sehr frühzeitig bemüht, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen.  Heutzutage gebe es kein Verfahren mehr, ohne dass sich im Vorfeld die Betroffenen zusammensetzten. Es gehe darum, sich in einem strukturierten Prozess kontinuierlich für die Dauer der Planung über die Schultern sehen zu lassen und Alternativen zu entwickeln – damit könne die Planung großer Projekte um Jahre beschleunigt werden.

Über den Einsatz von Mediation in solchen Prozessen sprach Annika Schreiber, die als Juristin und Mediatorin an der Universität Konstanz über Konfliktprävention durch Mediation in öffentlichen Planungsverfahren promoviert:  Die Protestkultur habe sich geändert. Mediation sei sicher nicht auf jeder Planungsstufe gleich gut geeignet, aber mediative Verfahrensbegleitung sei auch bei Straßenbauplanungen möglich. Die Behörde müsse rechtzeitig eingebunden werden, damit klar werde, welche Interessen im Mediationsverfahren vertreten sein müssten: „Bürgerbeteiligung braucht Raum und Zeit“. Es dürfe kein Machtungleichgewicht durch Infomationsasymmetrie entstehen– man müsse möglichst alle Beteiligten auf einen Wissensstand bringen.

Natürlich gibt es auch eine Art von Beteiligungsfrustration – nicht alle Betroffenen sind gleichermaßen am Gemeinwohl orientiert, häufig geht es um eigene, also Partikularinteressen, die durch Mediation auch nicht befriedigt werden können.  Dennoch darf man die Motivation der Bürger, an öffentlichen Planungsentscheidungen teilzuhaben, nicht gering schätzen. Staatliche Verantwortung gegen regionale Betroffenheit muss kein unauflösbarer Konflikt sein. „Wutbürger“ sind vor Allem die Menschen, welche sich nicht gehört fühlen, und je intensiver man die Betroffenen einbindet, desto mehr Akzeptanz finden staatliche Entscheidungen. Allerdings muss in allen Formen des Dialogs darauf geachtet werden, dass eine Verknüpfung zwischen informellen Beteiligungsverfahren, wie Mediation, und späteren formellen Entscheidungsverfahren hergestellt werden kann – je eher, desto besser.

Dr. Sabine Renken, M.A., Rechtsanwältin & Mediatorin bei BUSE HEBERER FROMM in Hamburg

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Kooperative Verhaltensweisen am Bau

Unser Mitglied Gero M. Wähner, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Mediator im Bauwesen aus Frankfurt, hat uns einen interessanten Bericht über die Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e. V. : “Kooperative Verhaltensweisen am Bau“ – in Frankfurt am Main am 06. April 2017 geschickt. Wir freuen uns, dass das Thema der Kooperation in der Bauwirtschaft offenbar breites Interesse findet und darüber nachgedacht wird, wie man Konflikte am Bau vermeiden kann:

Am 6.4.2017 fand in Frankfurt am Main die Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e. V. „Kooperative Verhaltensweisen am Bau“ mit den Themen „Kooperative Verhaltensweisen – Anspruch und Wirklichkeit“, „Mehrparteien(Bau)verträge“ sowie „BIM“ statt.

Der Leitsatz des BGH in seinem wegweisenden Urteil vom 28.10.1999, VII ZR 393/98, zum Kooperationsgebot stand am Beginn und Ende dieser hochinteressanten Vortrags- und Diskussionsrunde: „Die Vertragsparteien eines VOB/B-Bauvertrages sind während der Vertragsdurchführung zur Kooperation verpflichtet.“

Konflikte am Bau durch Vertragsgestaltung

Konflikte können schon in der Vertragsgestaltung angelegt sein, etwa wenn bestimmte Vertragssklauseln bei Bauverträgen auf einen Partner wie eine „Kriegserklärung“ wirken (müssen) oder einer „Versklavung“ gleichkommen. Ein kooperatives Miteinander wird hierdurch von vorneherein verhindert.

Den Kooperationsgedanken fördernde Vertragsgestaltungen – wie Allianzverträge und Partneringverträge – mit innovativen Beteiligungs-, Prozess- und Vergütungsstrukturen sowie teils mehrstufiger Ausgestaltung, sind vor allem aus dem angloamerikanischen Rechtskreis, nämlich Australien, Großbritannien und den USA bekannt und könnten hierzulande Vorbild sein.

BIM (Building Information Modeling – zu deutsch: „Gebäudedatenmodellierung“) scheint per se kein Allheilmittel zu sein, um kooperative Verhaltensweisen am Bau zu befördern. BIM ist zuvörderst eine Planungsmethode zur Effizienzsteigerung für den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie oder eines sonstigen Bauwerks. Inwieweit BIM gleichwohl zur Förderung kooperativen Verhaltens beitragen kann, hängt maßgeblich von der Vertragsgestaltung ab – und im Weiteren von einer kooperativen Umsetzung des Projekts.

Die abschließende Diskussion machte deutlich, dass die Förderung kooperativer Verhaltensweisen am Bau schon „vorvertraglich“ zu beginnen ist. So erscheint es sinnvoll, bereits vor Vertragsschluss die einem bestimmten Bauprojekt immanenten Risiken zu erforschen, diese zu definieren und auf eine Minimierung dieser Risiken hinzuwirken. Dies kann auch gemeinsam geschehen. Am besten wäre es, die Projektziele gemeinsam zu definieren. Eine Risikoverteilung zwischen den Vertragsparteien sollte nach dem Prinzip gestaltet werden, wer sie jeweils besser beherrschen kann. Statt auf das Haftungsmanagement sollte der Fokus stärker auf das Problemmanagement gelegt werden. Schließlich schadet es auch nicht, bereits frühzeitig sowie verstärkt und fortwährend technischen Sachverstand in die jeweiligen Phasen eines Projekts einzubeziehen.

 

Gero M. Wähner

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Baumediator
 
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