Der Verein »Mediation und Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft e.V«(MKBauImm) hat am 19. und 20. Oktober 2018 seine Herbsttagung im Kloster Seeon in Bayern abgehalten. Diese jährliche Veranstaltung dient den Mitgliedern des Vereins sowie interessierten Freunden der alternativen Konfliktlösung zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch.

Schwerpunkt des Treffens waren in diesem Jahr die Beiträge von Adrian Schweizer, der seit über 30 Jahren als Coach, Trainer und Konfliktlösungsberater und Mediator in der Schweiz, Europa und den USA arbeitet, an Ausbildungen mitwirkt und als Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen tätig ist. »Nur Gefühle ändern Gefühle, oder: warum Vernunft nichts bringt« lautete der Titel seines Vortrages, in dem er auch anhand praktischer Beispiele sehr anschaulich erläutern konnte, wie man vom Fühlen ins Denken kommt und wieder zurückgelangt. Diese Techniken, die sich insbesondere für Mediationssitzungen mit nur einer der Parteien eignen, gründen sich unter anderem auf neurobiologischen Erkenntnissen über die Verortung von Konfliktbewältigungsmöglichkeiten im menschlichen Gehirn und helfen den Konfliktparteien, sich in die Situation des Gegenübers zu versetzen – eine notwendige Voraussetzung für das bessere Verstehen im Konflikt.

Der Stadtplaner, Moderator und Mediator Roland Strunk referierte über die Öffentlichkeitsbeteiligung bei kommunalen Bauvorhaben  – ein Thema, das zunehmend relevanter wird und gerade auch für Mediatoren interessant ist. Strunk konzipiert Beteiligungsprozesse, bereitet Entscheidungs- und Planungsprozesse vor und begleitet diese. Dabei unterstützt er die Öffentlichkeits- und Pressearbeit und liefert Fachinformationen. Anhand konkreter Fallbeispiele zeigte er den Teilnehmern der Tagung die Architektur solcher Prozesse auf mit allen dazu gehörenden Herausforderungen.

Schließlich stellten in diesem Jahr Teilnehmer spannende Fallbeispiele aus ihrer eigenen Praxis vor, darunter auch Konfliktlösungen durch am Streit Beteiligte, die mit mediativer Kompetenz typische, durchaus brisante Baustreitigkeiten nachhaltig und schnell lösen konnten. Die lebhaften Diskussionen dazu und der Erfahrungsaustausch der Beteiligten bestätigte die steigende Akzeptanz dieser Modelle eindrucksvoll.

Dr. Sabine Renken, M.A.
Presse / Public Relations